Programmübersicht 2016 / 2017

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The Monteverdi Choir – Sir John Eliot Gardiner

Sir John Eliot Gardiner

 

 

 

Freitag, 02. Dezember 2016 · 20.00 Uhr
Alte Oper Großer Saal

In Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

19.15 Uhr Konzerteinführung mit Musikbeispielen durch Christian Kabitz im Albert Mangelsdorff Foyer (Dauer: ca. 20 Minuten) für die Mitglieder und Abonnenten der Frankfurter Bachkonzerte e. V., für die Abonnenten der Bachreihe sowie für die Freunde der Alten Oper.

 

The Monteverdi Choir
The English Baroque Soloists
Sir John Eliot Gardiner Leitung

Johann Sebastian Bach
„Lutherische Messe“ F-Dur BWV 233
Kantate „Süßer Trost, mein Jesu kömmt“ BWV 151
Magnificat Es-Dur BWV 243a

 

Für die Ewigkeit zu komponieren – welcher Tonschöpfer denkt nicht daran? Ob Johann Sebastian Bach darüber nachgedacht hat, können wir nur vermuten, jedenfalls häufen sich in den letzten zehn Jahren als Thomaskantor zu Leipzig seine Bemühungen, zu ordnen und zusammenzufügen, Sammlungen zu erstellen und Exemplarisches in Druck zu geben.

Weit mehr als 300 Kantaten hatte er komponiert und das Meiste davon war am Tag nach dem Gottesdienst vergessen. Manches von den Arien und Chören muss ihm aber besonders am Herzen gelegen haben, denn sie wurden „recycelt“ und fanden mit neuem Text eine Wiederverwendung in der Hohen Messe h-Moll oder in einer der vier sogenannten „Lutherischen Messen“.

Diese bestanden – im Gegensatz zur Hohen Messe – nur aus Kyrie und Gloria, wobei das Kyrie aus einem Chorsatz besteht, das Gloria dann aus zwei Chören und drei Arien. Sie fügten sich dem evangelischen Gottesdienst ähnlich wie die Kantate problemlos ein und wurden wohl zu besonderen Festtagen musiziert. John Eliot Gardiner, der das Vokalschaffen Bachs besser kennt als irgendein anderer Dirigent, hat sich immer wieder für die Preziosen unter Bachs weniger bekannten Werken eingesetzt. Die Begegnung mit dieser F-Dur-Messe ist mehr als lohnend, da hier die beiden ersten Chöre auf nicht bekannte Vorlagen zurückgehen und man in diesem Konzert wahrlich „Ungehörtem“ begegnen wird.

Mit dem Magnificat präsentierte der frischgebackene Thomaskantor Bach 1723 in Leipzig erstmals ein großes Werk, ob im Juli oder erst im Dezember ist unklar. Hier zog Bach alle Register seines Könnens, wohl auch um seine kapellmeisterliche Befähigung ins rechte Licht zu setzen: neben dem fünfstimmigen Chor verwendet er ein wirklich prunkendes Orchester mit Pauken, Trompeten, Oboen und Traversflöten.

Dagegen setzt die Adventskantate „Süßer Trost, mein Jesus kömmt“ auf kammermusikalische Innigkeit: Eine der schönsten Sopran-Arien mit konzertierender Flöte bildet den Eingangssatz, der Chor beschränkt sich auf den Schluss-Choral.

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Monteverdi Choir