Programmübersicht 2016 / 2017

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Robert Levin

Robert Levin

 

 

 

Freitag, 19. Mai 2017 · 20.00 Uhr
Alte Oper Mozart Saal

In Zusammenarbeit mit der Alten Oper Frankfurt

Robert Levin Klavier

John Harris Harbison
Klaviersonate Nr. 2

Johann Sebastian Bach
Partiten Nr. 1, 2 und 3 BWV 825–827

 

Von Felix Mendelssohn wissen wir, dass er sich als 12-Jähriger eine Abschrift der bachschen Matthäus- Passion zum Weihnachtsfest gewünscht hat. Robert Levin hat als 13-Jähriger seine Eltern überredet, die neue Bach-Gesamtausgabe in Suskription zu bestellen – früh üben sich, die Meister werden wollen! Auch wenn Robert Levin heute vor allem als der geniale Mozart- Bearbeiter bekannt geworden ist, der die Torsi von Requiem und Großer Messe vollendet hat, reichen seine Wurzeln doch zu Johann Sebastian Bach. Mit ihm verbindet ihn mehr als nur die Liebe des heranwachsenden Tastenlöwen, hier erkennt er die geniale Verbindung von Virtuosität und Intellekt.

Seine Karriere machte Levin allerdings abseits der Konzertbühne: er war Leiter des Musical Theory Department am Curtis Institute of Music, Professor am Purchase College an der State University of New York und der Hochschule für Musik Freiburg. 2007 trat er die Nachfolge von Paul Wolfe als Künstlerischer Leiter des Sarasota Music Festivals in Florida an. Als Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und der Akademie für Mozartforschung ist er Präsident des Internationalen J.-S.-Bach-Wettbewerbs Leipzig, sowie Professor für Geisteswissenschaften an der Harvard University und Gastprofessor an der Juilliard-School in New York.

Daneben trat er immer wieder als Pianist auf. Zunehmend widmete er sich der Frage nach dem „richtigen“ Instrumentarium für die Wiedergabe der großen Werke aus verschiedenen Epochen. Schon früh spielte er mit Christopher Hogwood und der Academy of Ancient Music alle Klavierkonzerte Mozarts auf dem Hammerflügel ein, zwei Jahre später die beethovenschen Konzerte mit John Eliot Gardiner. Zum Bachjahr 2000 erschien die Einspielung sämtlicher Cembalokonzerte mit Helmuth Rilling, des Wohltemperierten Klaviers (auf fünf verschiedenen Instrumenten) und der Englischen Suiten (auf dem Steinway) im Rahmen der Edition Bachakademie, die das Gesamtwerk des Leipziger Thomaskantors auf 172 CDs umfasst.

Als leidenschaftlicher Verfechter der Neuen Musik hat Robert Levin zahlreiche Kompositionsaufträge vergeben, darunter auch an den Amerikaner John Harris Harbison, dessen 2. Klaviersonate bei den Frankfurter Bachkonzerten prominent erstaufgeführt wird. Folgerichtig spielt Levin auch die bachschen Partiten auf dem Steinway, wenngleich er diese Stücke schon beeindruckend stringent auf dem zweimanualigen Cembalo interpretiert hat.

Bachs Partiten sind – wie die englischen und die französischen Suiten – eine Folge von Tanzsätzen, wobei bei allen Stücken dieses Zyklus auffällig ist, wie Bach versucht, größtmögliche Abwechslung herzustellen. Keine der sechs Partiten hat dieselbe Satzfolge und immer wieder tauchen Bezeichnungen auf, die auch bei Bach so nur selten vorkommen: Burlesca, Capriccio, Rondeaux oder Passepied. Es gibt also einiges zu entdecken!