Programmübersicht 2016 / 2017

img
Philippe_Jaroussky2
Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky

 

 

 

Donnerstag, 10. November 2016 · 20.00 Uhr
Alte Oper Großer Saal

In Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

19.15 Uhr Konzerteinführung mit Musikbeispielen durch Christian Kabitz im Albert Mangelsdorff Foyer (Dauer: ca. 20 Minuten) für die Mitglieder und Abonnenten der Frankfurter Bachkonzerte e. V., für die Abonnenten der Bachreihe sowie für die Freunde der Alten Oper.

 

Philippe Jaroussky Countertenor
Freiburger Barockorchester
Petra Müllejans Violine und Leitung

Georg Philipp Telemann
Ouvertüre zu „Matthäus-Passion“ (1754) („Danziger Passion“) TWV 5:53
Passionskantate „Der am Ölberg zagende Jesus“ TWV 1:364
Ouvertüre zu „Der für die Sünde der Welt leidende und sterbende Jesus“ („Brockes-Passion“) TWV 5:1
Passionskantate „Jesus liegt in letzten Zügen“ TWV 1:983

Johann Sebastian Bach
Sinfonia aus der Kantate „Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ BWV 18
Sinfonia aus der Kantate „Der Herr denket an uns“ BWV 196
Sinfonia aus der Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“ BWV 21
Kantate „Ich habe genug“ BWV 82

Selten einmal war die Unterscheidung von U- und E-Musik so deutlich wie beim Betrachten dieses Programmes: Das ist wirklich ernste Musik! Soviel Trauer und Leid war noch selten beisammen, fügt sich aber gut in die stillen Tage nach dem Fest der Allerheiligen. Und dieses Programm gibt Gelegenheit, Georg Philipp Telemann neu schätzen zu lernen. Er gilt als der Vielschreiber, und tatsächlich – er hat 40 Passionen geschrieben, eine gewaltige Zahl angesichts der beiden von Bach. Vielleicht hat bei Telemann nicht alles diesen letzten bis in den azurblauen Himmel des Möglichen gehenden Blick Bachs, sicher ist vieles routiniert geschrieben, aber dennoch: es gilt, ihn neu zu entdecken. Und wenn Weltstars wie Philippe Jaroussky und „die Freiburger“ sich so ausgiebig mit Telemann beschäftigen, lohnt ein Wiederhören allemal.

Bei diesem Programm gibt es außerdem die Möglichkeit, Sinfonien zu Kantaten Bachs kennenzulernen, die ansonsten selten zu hören sind. Solche „Vorspiele“ schrieb der Thomaskantor meist dann, wenn kein Eingangschor zu komponieren war und die Kantate nicht mit einer Arie „ins Haus fallen“ sollte. Die ganz exquisit besetzte BWV 18 mit zwei Blockflöten und vier Violen (!) steht einzigartig in Bachs Schaffen und erinnert an seinen Lehrer Buxtehude, die Sinfonia zur Hochzeitskantate BWV 196 ist eine französische Ouvertüre im dichten Streichersatz und die Einleitung zur Kantate 21 ein wunderbar singendes Adagio für die Solo-Oboe.

Die das Programm beschließende Kantate „Ich habe genug“ muss Bach besonders geschätzt haben – es existieren von seiner Hand verschiedene Fassungen. Ob mit einem BassSolisten und konzertierender Oboe, ob für Sopran mit Flöte, oder, wie mit Phillipe Jaroussky, als Altkantate – selten ist man Bachs Geheimnis näher als hier.

freiburger_barockorchester
Freiburger Barockorchester