Programmübersicht 2016 / 2017

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Hohe Messe in h-Moll BWV 232

Martin Lehmann

 

 

 

Dienstag, 11. Oktober 2016 · 20.00 Uhr
Alte Oper Großer Saal

In Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

Johann Sebastian Bach Hohe Messe in h-Moll
BWV 232

19.15 Uhr Konzerteinführung mit Musikbeispielen durch Christian Kabitz im Albert Mangelsdorff Foyer (Dauer: ca. 20 Minuten) für die Mitglieder und Abonnenten der Frankfurter Bachkonzerte e. V., für die Abonnenten der Bachreihe sowie für die Freunde der Alten Oper.

 

Dorothee Mields Sopran
Rebecca Martin Alt
Julian Prégardien Tenor
Andreas Wolf Bass

Windsbacher Knabenchor
Deutsche Kammer-Virtuosen Berlin

Martin Lehmann Leitung

 

Ist man näher am bachschen Original, wenn ein Knabenchor singt? Alle historisch informierten Klangexperten, heißen sie nun Hengelbrock, Gardiner, Herreweghe oder Jacobs, musizieren ihre Passionen und Oratorien mit einem Orchester aus Geigen, Flöten und Oboen, die so nah am Originalklang sind als irgend möglich, im „normalen“ gemischten Chor aber jubilieren Damen und Herren mit ausgebildeten Stimmen. Der Chor ist also weit weg von dem, was Bach tagtäglich an Thomanern zur Verfügung hatte. In einem Brandbrief an den Leipziger Rat vom 23. August 1730 konstatiert Bach, dass von seinen 54 Thomanern „17 zu gebrauchende, 20 noch nicht zu gebrauchende, und 17 untüchtige“ sich befinden. Und damit hat Bach seine Kantaten, seine Motetten, die Passionen und Oratorien musiziert?

Die „Windsbacher“ sind den Thomanern damals und heute deshalb ähnlich, weil beide die einzigen Knabenchöre sind, die Internat und Singschule aufs Beste und Intensivste miteinander verbinden. Und natürlich: der Klang von Knabenstimmen passt einfach zu aller Musik, die in dieser Epoche geschrieben
worden ist. Dass technische Probleme, mit denen auch Profis zu kämpfen haben, von diesen Teenies anscheinend mühelos bewältigt werden, erhöht den Reiz und überwältigt auch die kritischen Hörer.

Nun ist ausgerechnet Bachs Hohe Messe in h-Moll das Schwierigste, was der Thomaskantor geschrieben hat; fast durchgehend für fünf Chorstimmen angelegt, beim Sanctus zur Sechs- und im Osanna zur Achtstimmigkeit ausgeweitet – das wäre für die „17 zu gebrauchende“ wahrlich nicht zu meistern gewesen. Wir sind sicher, dass bei den Windsbachern keine „Untüchtigen“ mitsingen und dürfen uns auf ein Konzerterlebnis der ganz besonderen Art freuen.

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Windsbacher Knabenchor