Programmübersicht 2017 / 2018

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Daniel-Mueller-Schott
Daniel Müller-Schott – Violoncello

Daniel Müller-Schott

 

 

 

Mittwoch, 14. Februar 2018 · 20.00 Uhr
Alte Oper Mozart Saal

In Zusammenarbeit mit der Alten Oper Frankfurt

19.15 Uhr Konzerteinführung mit Musikbeispielen durch Christian Kabitz im Mozart Saal (Dauer: ca. 20 Minuten) für die Mitglieder und Abonnenten der Frankfurter Bachkonzerte e.V., für die Abonnenten der Bachreihe sowie für die Freunde der Alten Oper.

Daniel Müller-Schott Violoncello

Johann Sebastian Bach
Suiten für Violoncello Solo
Suite Nr. I G-Dur BWV 1007
Suite Nr. V c-Moll BWV 1011
Suite Nr. III C-Dur BWV 1009

In Köthen verbrachte Bach unter dem „die Musik sowohl liebenden als kennenden Fürsten“ Leopold von Anhalt-Köthen eine unbeschwerte Zeit. Wir wissen, dass um 1720 die Sonaten und Partiten für Violine solo hier entstanden sind und nehmen an, dass auch die Schwesterwerke für das Violoncello in dieser Zeit aus der Taufe gehoben wurden, doch existiert kein Autograph.

Nun war Bach nicht der Erfinder solistischer Cello-Musik, doch immer wieder stehen wir vor dem Rätsel, mit welcher Konsequenz Bach die Möglichkeiten des Instruments und des Genres in seinen sechs Suiten auslotete. Der Bogen der spieltechnischen Anforderungen reicht von den Effekten der italienischen Violinschule über Anleihen beim französischen Gambenstil bis hin zu Anklängen an den „alla polacca-Stil“, mit dem deutsche Komponisten die rustikale Kunst polnischer Wirtshausgeiger imitierten.

Im Formal-Stilistischen hat sich Bach in keinem anderen Suitenzyklus so große Beschränkungen auferlegt wie in denen für das Cello. Alle weisen die gleiche Form auf: einem Präludium folgen jeweils die vier üblichen Suitensätze Allemande, Courante, Sarabande und Gigue; vor der letzteren ist jeweils ein Paar sogenannter Galanterien eingeschoben. Was sich in diesem unveränderlichen Rahmen an Varianten der Form und an Vielfalt des Ausdrucks abspielt, übertrifft den Formenreichtum in den Sonaten seiner Zeitgenossen noch um ein Vielfaches, und das auf den bloßen vier Saiten eines einzigen Instruments.

Für Daniel Müller-Schott steht die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit diesen Suiten immer wieder im Zentrum seiner Arbeit. Sie wählte er auch für seine erste CD-Einspielung im Bach-Jubiläumsjahr 2000 aus. Die Rezensionen waren durchweg positiv; so konnte man unter anderem lesen: „Mit schlanker Tongebung, durchdachter Phrasierung und unbedingtem Gestaltungswillen hält Müller-Schott klug die Balance zwischen anachronistischem Pathos und historisierender Mode. Jenseits aller Manierismen offenbart der Schützling und Kammermusikpartner von Anne-Sophie Mutter damit nicht nur eine ganz eigene Handschrift, sondern auch erstaunliche Reife und Tiefe des Ausdrucks. “

Als musikalischer Partner im Brahms Doppelkonzert und als Triopartner der gerade erwähnten Anne-Sophie Mutter ist Daniel Müller-Schott immer wieder im Konzert und auf der Compact-Disc zu hören. Im Jahr 2000 lud ihn die berühmte Geigerin zu seinem Debütkonzert in die New Yorker Carnegie Hall ein, dreizehn Jahre später verlieh ihre Stiftung den Aida Stucki Preis an Daniel Müller-Schott. Diese Förderung ermöglichte dem Cellisten ein Jahr privaten Unterricht bei Mstislaw Rostropowitsch. Bereits im Alter von fünfzehn Jahren machte Daniel erstmals international Furore durch den Gewinn des Ersten Preises beim Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb für junge Musiker 1992 in Moskau.

Besonders stolz ist der Künstler auf sein einzigartiges Instrument: er spielt das ‚Ex Shapiro‘ Matteo Goffriller Cello, gefertigt in Venedig 1727.