Programmübersicht 2016 / 2017

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Iveta_Apkalna
Iveta Apkalna

Iveta Apkalna

 

 

 

Freitag, 05. Mai 2017 · 20.00 Uhr
Alte Oper Großer Saal

In Kooperation mit der Alten Oper Frankfurt

19.15 Uhr Konzerteinführung mit Musikbeispielen durch Christian Kabitz im Albert Mangelsdorff Foyer (Dauer: ca. 20 Minuten) für die Mitglieder und Abonnenten der Frankfurter Bachkonzerte e. V., für die Abonnenten der Bachreihe sowie für die Freunde der Alten Oper.

Iveta Apkalna Orgel

Johann Sebastian Bach
Fantasie G-Dur BWV 572

Philip Glass
Mad Rush

Johann Sebastian Bach
Passacaglia c-Moll BWV 582

Philip Glass
Dance No. 4

Johann Sebastian Bach
Praeludium und Fuge D-Dur BWV 532

Philip Glass
Conclusion (3. Akt) aus der Oper „Satyagraha“ (Bearbeitung für Orgel von M. Riesmann)

Johann Sebastian Bach
Toccata und Fuge d-Moll BWV 565

 

Rein wirtschaftlich gesehen ist so eine Orgel in einem Konzertsaal eine Katastrophe. Sie hat mehrere Millionen Euro gekostet – und dann hört man sie so selten. Die Frankfurter Bachkonzerte setzen gern immer wieder ein reines Orgelkonzert aufs Programm und laden dazu die großen Virtuosen an Manual und Pedal ein. Man muss nicht strassbesetzte Schuhe und Irokesenfrisur tragen wie momentan hoch gehandelte Event-Organisten, es genügt schon, wenn man handwerkliche Qualität immer wieder unter Beweis stellt wie die lettische Ausnahmekünstlerin Iveta Apkalna. Dass Bach – der Gottvater aller Organisten – nicht fehlen darf, versteht sich von selbst: Vier gewichtige Werke werden erklingen, darunter die unsterbliche Toccata d-Moll. Unter den Händen von Apkalna wird dieses breite Spektrum von Freude an der Virtuosität und Ernsthaftigkeit in den Tiefen der Kontrapunktik beredte Gestalt annehmen.

Philip Glass gilt – zusammen mit Terry Riley und Steve Reich – als der Erfinder der Minimalmusic. Berühmt geworden ist er mit drei Opern (Einstein on the Beach, Satyagraha, Echnaton) und unzähligen Filmmusiken, unter anderem zu Koyaanisquatsi 1983, zur Truman Show 1998 und zu Fantastic Four 2015. Seine auf „ganz normalen“ Dur- und Moll-Akkorden aufgebauten Kompositionen entwickeln durch ständige Wiederholungen mit kleinsten stetigen Veränderungen eine fast hypnotische Kraft, weshalb er in der New Age-Bewegung als Prophet gefeiert wird. Sein umfangreicher Werkekatalog zeigt neben neun Sinfonien, viel Kammermusik und mehreren Instrumentalkonzerten auch vier Werke für Orgel, von denen Iveta Apkalna zwei spielen wird und zusätzlich die Bearbeitung des Finales der Oper Satyagraha. Bachs Orgelwerke im Kontext der Musik von Philip Glass zu hören, hat ganz sicher etwas ungeheuer Erfrischendes, denn nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten werden frappant erfahrbar.

Iveta Apkalna, ECHO-Preisträgerin 2005 und 2008, hat sich diese interessante Programmzusammenstellung ausgedacht und inzwischen auch auf einer weithin gelobten CD veröffentlicht. Ihre tiefe Musikalität und makellose Technik stellt sie bei diesen beiden Komponisten in den Dienst einer Musikvermittlung der besonderen Art.

 

Zu diesem Konzert bietet die Alte Oper im Rahmen des Musikvermittlungsprogramms PEGASUS – Musik erleben! einen Workshop für Schulklassen an, gefördert durch die Commerzbank Stiftung. (Weitere Informationen: henn@alteoper.de)